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Prager Hochburg – Vyšehrad

Vyšehrad, Wyschehrad, Prager Hochburg, Moldaufahrt Prag.

Die Burg Vyšehrad, der segenhafte Sitz der Premyslidenfürsten, stammt aus dem 10. Jahrhundert. Sie ist zwar jünger als die Prager Burg, dies nimmt ihr jedoch nichts von ihrer Bedeutung.

Ihre größte Glanzzeit erlebte sie in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit verweilte hier oft König Vratislav II., der die hiesige St. Peter und Paulus-Kapitelkirche (kapituální kostel sv. Petra a Pavla) gründete. Ihre heutige Gestalt entspricht der Regotisierung aus dem 19. Jahrhundert. Unweit von hier steht allerdings ein echter Augenzeuge von Vratislav II. – die St.-Martins-Rotunde (rotunda sv. Martina). Es handelt sich um die älteste erhaltengebliebene Prager Rotunde.

Nach dem Tode von Vratislav II. verwandelte sich Vyšehrad hauptsächlich in eine Regierungsfestung über Prag und funktionierte auf diese Weise 800 Jahre lang. Noch im 14. Jahrhundert verlieh Karel IV. der Burg Vyšehrad besonderen Glanz, denn er ordnete sie in seine Krönungsordnung ein. Von hier aus machte sich der Herrscher auf den zeremoniellen und symbolischen Weg durch die Stadt auf und erst danach konnte er in der Kathedrale mit der St.-Wenzels-Krone zum böhmischen König gekrönt werden. Als im Jahre 1866 auch die Befestigungsfunktion der Burg Vyšehrad erlosch, wurde begonnen, den hiesigen Friedhof zu erweitern und in ein Pantheon (Slavín) zu verwandeln, der in den Jahren 1890-1902 von Antonín Wiehl architektonisch reorganisiert wurde.

Es entstand so ein feierlicher Friedhof sowie eine Gedenkstätte für die bedeutendsten Persönlichkeiten unseres Landes. Hier sind z. B. die Schriftsteller J. Zever, J. Vrchlický, K. Čapek, die Maler A. Mucha, V. Špála, die Bildhauer J. V. Myslbek, L. Šaloun, die Architekten Jos. Gočár, K. Hilbert, der Komponist Ant. Dvořák, die Opernsängerin E. Destinová, der Politiker F. L. Rieger und viele Andere begraben. An der Stelle der Trümmer des königlichen Palastes ist der Park Vyšehrad (Vyšehradské sady) entstanden. Bis heute sind hier die Überreste des gotischen Palastes der Luxemburger zu sehen. Nach dem Jahre 1947 wurden auch Myslbeks Statuengruppen von der Palacký-Brücke (Palackého most) hierher übertragen. Hier leben allegorisch sagenhafte Gestalten unserer Geschichte auf: Lumír und Píseň (1888), Přemysl und Libuše (1889), Ctirad und Šárka (1895) und Záboj und Slavoj (1892).

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